Bericht zur Tour
Autor
Roger Schlatter
Erstellt am
06.02.2025 11:43
Letzte Änderung
06.02.2025 11:43
Tourenbericht

Tourenleiter: Roger Schlatter und Peter Frehner
Teilnehmer: Esther Knabenhans, Johanna Mösinger, Georg Vanz, Jörg Stähli, Fredy Ackermann, Pascal Meier, Duri Deflorin

Wir beginnen in Bülach zu dritt und sammeln auf dem Weg ins Lötschental die weiteren Teilnehmer ein. Kurz nach 9 Uhr treffen wir mit dem gut gefüllten Postauto in Wiler bei der Talstation zur Lauchernalp ein. Rasch noch das Gepäck in ein Schliessfach verstaut und ein Tourenbillett gelöst und ab geht es zur Gandegg mit Seilbahn und Sessellift. Unterwegs noch rasch den LVS Test. Nach einer ersten kurzen Abfahrt, noch auf einer Skipiste, machen wir uns für den ersten Aufstieg bereit. Unter dem Sackhorn, via Tennbachlücke, geht es auf den Elwertätsch (3‘208 MüM) nicht ohne ein, zwei kurze Zwischenhalte, um etwas aus- oder anzuziehen und den mitgenommenen Tee zu geniessen. Bereits auf dem Gipfel riechen wir den Pulverschnee nördlich des Tennbach- und Tellihorns. Somit nehmen wir diese Abfahrt in Angriff, einige geniessen den Pulverschnee etwas weiter hinunter bis zum Punkt 2‘538. Nun heisst es wiederum Felle montieren und bis zum Punkt 2‘855 nördlich des Tennbachhorns aufzusteigen. Zu Beginn wählt Peter für die Spur die herausfordernde Falllinie, irgendwann dürfen dann die Teilnehmer auch Spuren und sich in der Spuranlage à la RHB üben. Oben angekommen, wird ein kurzer Teehalt gemacht, bevor es westlich des Tennbachhorns in wunderbaren weiten Kurven über ein kupiertes Gelände rund 1‘400 Höhenmeter zu vernichten gilt. Es gibt wahrhaftig Schlimmeres. In Wiler holen wir unser Gepäck aus dem Schliessfach und nehmen das Postauto zu unserer gemütlichen Unterkunft, dem Hotel Nest- und Bietschhorn. Noch gibts einen kurzen Apéro, bevor es unter die Dusche oder in die Sauna geht. Nach einem feinen Nachtessen gehen wir schon bald ins Bett.

Nach einem reichhaltigen Zmorgenessen nehmen wir wiederum das Postauto zur Talstation Wiler. Wir sind bereits etwas routinierter im lösen der Billette. Heute geht es ganz nach oben bis zur Bergstation Hockenhorn. Nach einigen Meter hochlaufen, wozu unterschiedliche Strategien (mit und ohne Felle) angewendet werden, fahren wir auf einem Alpinwinterwanderweg bis zum Lötschenpass (2’684 MüM) hinunter. Hier heisst es wieder die Felle montieren. In ca. 45 Minuten steigen wir auf die Gitzifurggu (2’911 MüM) hoch. Endlich gönnt uns Roger eine kurze Pause, denn die Zeit drängt. Auf einer vorgegebenen Route geht es durch das Wildschutzgebiet über teilweise pulvrige Hänge nach Leukerbad (1‘380 MüM) hinunter. Mit der Torrentbahn geht es bis zur Rinderhütte in das Skigebiet hoch. Nach einer sehr kurzen Pause fahren wir wiederum einen Winterwanderweg bis auf ca. 2‘100 MüM hinunter, bevor wir erneut anfellen. Über sonnige Hänge steigen wir den langen Weg zum Restipass hoch. Endlich können wir unser Mittagessen geniessen. Nun dürfen wir einige wunderbare Pulverhänge geniessen, bevor der Schnee „knusprig“ wird (oberflächengefrorener Bruchpowder). Wir wenden unterschiedliche Fahrtechniken an, von einzelnen Schwüngen bis zu Spitzkehren, nahezu alle nutzen die gesamte Hangbreite zur Vernichtung der Höhenmeter. Endlich erreichen wir das Waldsträsschen nach Ferden. Die angesäuerten Muskeln empfinden die Bedingungen auf dem Strässchen nur bedingt verbessert. In Ferden angekommen, bildet sich eine Schlange vor dem Getränkeautomaten, der Bestseller ist ein magnesiumhaltiges Getränk. Während dem Warten auf das Postauto schauen wir uns die Tagesstatistik an. 3‘493 Meter sind wir heute herunterfahren, 1‘183 Meter aufgestiegen und eine Distanz von 30.8 km haben wir gesamthaft zurückgelegt. Zurück im Hotel, freuen wir uns auf ein feines Nachtessen, welches bedingt durch einen Skiunfall des Kochs etwas auf sich warten lässt. Um so mehr geniessen wir das Essen nach diesem sonnigen, gelungenen Tag.

Auch der dritte Tag beginnt wiederum mit einem reichhaltigen Zmorgenbuffet. Unser Gepäck können wir im Hotel deponieren, bevor es wieder mit dem Postauto zur Talstation Wiler geht. Heute lösen wir die Tourenbillette in Rekordzeit, so dass wir eine halbe Stunde früher als gestern zu oberst im Skigebiet stehen. Auf der Piste geht es an den Anfellpunkt hinunter, den wir bereits vom ersten Tag kennen. Hier verlässt uns Pascal, denn Tourengehen mit Blasen macht keinen Spass! Wir wünschen Pascal gute Besserung und gute Heimkehr nach Visp. Den Beginn des Weges zum Birghorn kennen wir ja auch bereits. Vor dem ersten Schattenhang montieren zumindest einige von uns die Harscheisen. Unterhalb des Elwertäsch geht es bis zum Sattel auf 3‘181 m.ü.M. Hier beschliesst ein Teil von uns, dass es für heute reicht und sie auf den Gipfelsturm verzichten. Wir Andern nehmen den Gipfelhang in Angriff. Skifahrerisch wird das sicherlich kein Highlight des heutigen Tages. Kurz unterhalb des Gipfels kommt noch eine anspruchsvolle Spitzkehre, welche aber alle mit Bravour meistern. Auf dem Gipfel des Brighorns geniessen wir die super Aussicht, unseren Lunch und die tägliche Gipfelprämie in Form von Risoletto und Twix, hochgetragen durch unseren Tourenleiter Roger. Vom Sattel geht es zuerst steil über einen wunderbaren Südosthang im Pulverschnee hinunter ins Tal nördlich des Tennbach- und Tellihorns, welches wir auch vom ersten Tag kennen. Heute steigen wir nicht wieder auf. Wir fahren die sehr steile Tellilücke mit 39 Grad Gefälle eine echte Herausforderung hinunter, heute bei Lawinenwarnstufe 2= ist das machbar. Der Schnee ist bis erstaunlich weit unten wirklich gut, bevor er auch am dritten Tag nochmals anspruchsvoll wird. So fahren wir die letzten Meter bis Blatten in reichlich Sulzschnee. Über einen verschlungenen Pfad finden wir den Weg ins Dorf, bevor wir die letzten Meter zur Postautohaltestelle die Skis doch noch tragen. Mit dem Postauto geht es ins Hotel zu unserem Gepäck. Die Zeit bis zum nächsten Postauto, respektive zum Beginn unserer Heimreise - eine Stunde später - geniessen wir bei einem Apéro nochmals die Sonne auf der Terrasse. Die Heimreise verläuft bis auf ein kurzes Intermezzo, ein Auto hat auf dem Postautowendeplatz parkiert, unspektakulär. Die Fahrerin des Autos wird mit dem Posthorn unerbittlich aufgefordert Platz frei zu machen. So lange konnten wir noch nie einem Posthorn zuhören.

Ein grosser DANKESCHÖN an alle Teilnehmer und insbesondere den beiden Tourenleiter Roger und Peter.