Erstellt am 4.3.2025
Bericht von Leo Da Mutten
Teilnehmer:
Roger Schlatter, Peter Frehner, Jessica, Sina, Nicole, Jörg, Duri, Peter, Markus, Leo
Samstag: Grindelgrat
In Meiringen treffen sich alle pünktlich, angereist mit dem Zug, mit dem Auto oder aus dem Hotel. Ein Kleinbus bringt uns zügig bergan ins Rychenbachtal, zuerst ist die Strasse schneefrei, plötzlich wird’s klirrend, eisig, weiss. Bei unserer schönen Unterkunft Schwarzwaldalp können wir das Übernachtungsgepäck deponieren und stapfen zügigen Roger im kalten Schatten hinterher. Bald schon gelangen wir an die Sonne, Jacken und Mützen werden verstaut. Die Hänge rund um uns versprechen noch nicht viel: die Südexposition führte zu vielen braunen aperen Flecken, getautem und wieder gefrorenem Schnee und eisiger Spur. Ein aufkragender Grat ist felsdurchsetzt und komplett aper, aber wie sich bald herausstellt nicht das Ziel. Nach der zweiten Trinkpause offenbart sich der Grindelgrat, nun auch ab 2000 Meter mit geschlossener Schneedecke.
Die perfekte Aussicht am Ziel entschädigt für den schweisstreibenden dreistündigen Aufstieg und lässt ihn vergessen, die Fernsicht ist perfekt und wir rasten ausgiebig. Roger mahnt zur Vorsicht bei der Abfahrt, ist doch mit Bruchharsch und Nassschnee zu rechnen. Zudem ist die Tour vielbegangen und daher auch verspurt, mit heimtückischen harten Stellen. Roger kurvt elegant voraus, los, runter- wir hinterher, Peter macht den Schluss. Schon um 14.00 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft und können noch lange an der Sonne sitzen mit dem Wetterhorn im gleissenden Gegenlicht.
Sonntag: Wildgärst
Ein strahlend blauer Himmel und kühle Luft erwarten uns vor dem Hotel nach dem Frühstück. Roger hat bereits am Vorabend empfohlen die Harscheisen zu montieren. So ziehen wir mit dem metallenen Klirren durch den harten Schnee im steilen Hang vor dem Hotel los. Der Aufstieg führt durch ein steiles enges Tal dem Pfannibach entlang zur Pfanni, einem Älpli. Hier können wir die Harscheisen wegnehmen, mittlerweile sind wir auch aus dem engen Schattental raus und es ist entsprechend wärmer, die Sonne scheint vom reinsten Himmel. Der Schnee ist aber ab 1900 Meter gut konserviert und je höher wir steigen, umso besser wird er. An schattigen Hängend und in Mulden findet sich tatsächlich unterhalb des Grindelbandes prima Schnee- er lässt viel versprechen! Es steigt aber doch zügig an, im ganzen sind es 1440 Meter auf 2891. Einzig der letzte Schlussanstieg ist abgeblasen, weshalb die letzten Meter zum Gipfel ohne Skier bewältigt werden müssen. Ein sensationeller Rundblick belohnt die Anstrengung, im besten Licht strahlen das Wetterhorn, Eiger, Titlis, Tödi, im Jura der Chasselas und Weissenstein. Nun die Krönung des Tages: Die Abfahrt lässt alle jauchzen und johlen, strahlendes Lächeln auf den Lippen aller dank der prima Schneeverhältnissen. Eine gute Entscheidung von Roger und Peter durch das Geissbachtal abzufahren, wir können mehrmals zu schattigen Hängen queren und finden so, trotz einiger Fahrspuren, prima Pulverschnee. Auf den tieferen Weiden ist es ein weicher Frühlingssulz. Die Tour ist so auch eine Rundtour mit viel Abwechslung. Die letzten Kehren sind dann der Pflichtteil, der aber auch Spass machen kann, durch enge, eisige Buckelpisten ähnliche Waldpassagen zurück zum Start.
Die zwei Tagen waren kurzweilig une gleichzeitig intensiv mit dem schönen Licht, den prächtigen Bergen und der Weitsicht. Sie hinterlassen ein Gefühl von Schweben und Zeitlosigkeit. Als Gruppe haben wir eine fröhliche und mit Leichtigkeit erfüllte Zeit verbracht. Määrci allen!