Bericht zur Tour
Autor
Raphael Stottele
Erstellt am
17.03.2025 8:29
Letzte Änderung
17.03.2025 8:29
Tourenbericht

Samstagmorgen um 06.37 sind wir in Bülach gestartet und sind dann, ohne Zwischenfälle, vor Mittag in Saas-Fee angekommen. Naja, fast ohne Zwischenfälle: Cyrill hat nämlich gleich im ersten Zug gemerkt, dass seine Harscheisen erfolgreich zuhause geblieben sind. Aber nicht nur die vermisste er. Später im Zug bemerkte er, dass auch sein LVS fehlte - ein durchaus wesentlicher Bestandteil der Tourenausrüstung. Cyrill liess sich aber von diesem Missgeschick nicht unterkriegen und schaffte es promt, ein Mietgerät in Saas zu organisieren.

Nach diesem kleinen Umweg standen wir bald, noch vor dem Mittag, an der Bergstation Felskinn - und das bei weniger angenehmen Verhältnissen. Der Wind wirbelte den Schnee herum, die Sicht war...unterwältigend. In der Kälte spurten Raphi und Cyrill uns den Weg über das Egginerjoch in Richtung Britanniahütte. Für einen Refresher über die Verschüttetensuche und Verankerungen im Schnnee, aka Raphi's LVS-Tour 2.0 legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein - und das auf 3000m über Meer. Danach ging es schon bald auf die letzten Meter Aufstieg zur Hütte, auf welchen manche von uns die Höhe merkten. Definitiv etwas müde, richteten wir uns um ca. 15 Uhr in der Hütte ein und verbrachten den Abend mit Spielen, Lacher und der Spekulation, ob die Wetterbedingungen am nächsten Tag wohl besser werden. Cyrill und Raphi übernahmen die sorgfältige Auswahl des Tourenziels. Bereits vor 21 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Bett - um am nächsten Morgen früh aufstehen zu können.
Svjato

Sonntag
Frühstück am Morgen früh, aber gut. Das Bauchgefühl von Cyrill und Raphi war nicht überragend, doch nach kurzem Nasenrausstrecken gabs ein "GO". Da die Sichtverhältnisse, das Wetter und die Lawinengefahr 'nicht supergut waren' heisst: Es schneite, also viel Neuschnee und Nebel. Aber egal, wir waren motiviert und traffen die notwendigen Maßnahmen, das heisste die Leiter traffen die Massnahmen. Unser Ziel war das Fluchthorn, abef der Weg dorthin beinhaltete viel anstrengendes Pionier-spuren mit einem halben Meter Neuschnee und einer flachen Fläche, die das beidseitige Laufen Verlangte. Wir haben uns sogar angeseilt, so vernünftig waren wir, also wegen den zugeschneiten Gletscherspalten meine ich. Auf dem Weg dorthin wurde das Wetter wie verzaubert immer besser. Blauer Himmel, Sonne und keinen Wind und Schneefall mehr, dazu so viel Powder. Ich meine HALLO, wie khuul ist das denn? Unser Zeitlimit war 11.00 Uhr, das heisst dann ist es Zeit zum Umkehren. Genau so haben wirs dann auch gemacht, bis auf das Fluchthorn hats zwar nicht mehr gereicht, aber halb so wild. Habe ich erwähn dass es flach war? Absichtlich Flach, denn bei so viel Neuschnee wären Hänge über 30° recht Mutewillig. Ein kleines Problemchen war da noch. Wir hatten einen Splitboarder in der Gruppe, dass der keine Flächen mag muss ich glaub nicht erwähnen. Aber wer mag schon Stöcklen. Auch wenn wir immer auf den Splitboarder warten mussten, war es lustig mitanzusehen wie er sich immer wieder unfreiwillig im Schnee einbuddelte und dann auf ein Skizug angewiesen war. Nach zigmalen an- und abfellen waren wir auf der "Hybridpiste" wie es Cyrill nannte. Also eine Piste, die nicht gepistet wurde, aslo normaler Tiefschee. Dann auf der Piste angekommen, gabs noch eine herausfordernde blinde Pistenabfahrt. Gute Nachricht: gemachte Piste. Herausfordernde Nachricht: absolut keine Sicht (Nebel). Wir habens alle nach unten geschafft yayy, dann gings für alle ausser Cyrill auf eine chillige etwa 4 Stündige Heimfahrt. Denn Cyrill, achtung Wichtig ⚠️ hat sein LVS vergessen und musste eins ausleihen gehen, eine amüsante Nebengeschichte. Er ist uns dann später wieder zugestiegen und ist jetzt auch mit uns auf dem Heimweg.
Alles in allem: ein abenteuerliches Wochenende im Schnee.

Ps: Der Splitboarder war ich. ;)

Von Julie